Posts mit dem Label Marcel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Marcel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 4. Februar 2018

Meine erste Liebe: "Lieber Marcel" - Teil 4/4



Ich überspringe nun den Teil mit der Warteschlange vor dem Freibad, denn geneigter Leser hat das bereits hinter sich gebracht. Tante Elfi ließ sich zu Beginn gemütlich auf der Wiese von der Sonne braten, während wir Kinder im Wasser rumtobten. Marcel hatte immer ein hütendes Auge auf sein Schwesterlein gerichtet, denn Kinder tunken ja mit Vorliebe auch mal die Schwächeren unter – vor allem die doofen Jungs uns Mädchen. Schließlich kam der Moment, in dem seine Schwester uns mitteilte, das sie eine Weile auf die Wiese gehen würde, und so bot sich endlich die Gelegenheit, das wir uns unterhielten. Marcel ergriff, auch wenn er nicht scheu war, so war er wohl aufgrund meines Verhaltens an diesem Sommertag etwas verunsichert, was uns beide betraf, meine Hand und fragte, ob wir auf die gegenüberliegende Wiese gehen wollten, unter einen schattigen Baum. Mein Herz schlug zum Zerspringen, ich hätte ihn am liebsten umarmt und geküsst. Aber ich hielt mich streng zurück, wollte mich kontrollieren.
Nachdem wir eine Weile schweigend im Schatten gesessen hatten – Tante Elfi und Marcels Schwester auf der anderen Seite im Getümmel, in dem wir sie unmöglich ausmachen konnten, so voll war das Schwimmbad – sah er mich eindringlich an. Ich erwartete aufgrund seines intensiven Blickes schon nichts Gutes mehr, zog meine

Samstag, 3. Februar 2018

Meine erste Liebe: "Lieber Marcel" - Teil 3/4



„Ja, schon,“ und mein Herz zerbrach in hunderttausend winzige Splitter. Mir kam es vor, als halle selbst der entfernte Wald von dem Geräusch meines gebrochenen Herzens wider. „Wenn du das auch willst...“
Ich stand – das war ja so typisch für mich – auf der Leitung. Meine Hand hatte sich von der seinen zurückgezogen, ich war unmerklich einen Schritt von ihm gewichen, atmete hektisch und bekam kaum Luft. Dann erst, nach und nach, setzte ich alles in den Zusammenhang. War das etwa...? Hatte er mich etwa...? Wollte er vielleicht mit mir...? Mein Herz ließ es kaum zu, das ich nach Luft schnappen konnte, und ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
Mit dem letzten Atem, der mir in den Lungen verblieben zu sein schien, hauchte ich ein „ja“, und augenblicklich ergriff ich seine Hand, voller Leidenschaft, meine Augen leuchteten wie die Sonne, heiß fühlte sich mein Gesicht an. Und jetzt war es an Marcel – und das hätte ich nicht für möglich gehalten – ein wenig zu erröten, er lächelte, bezaubernd, schüchtern, und strahlte mich kurz darauf glücklich an.
„Also möchtest du mit mir gehen, ja?“ fragte er mich, ganz leise, die Worte mehr hauchend als sprechend.
Liebe Mädels der 80er Jahre, wenn das nicht die allesentscheidende Frage war! Diese Frage beinhaltete so ziemlich alles, was das Mädchenherz sich so sehnlich erträumte: schamlos Händchenhalten, in verborgenen Ecken und Winkeln hemmungslos knutschen, sich süße Worte ins Ohr wispern, und vor allem, und das war überhaupt

Sonntag, 28. Januar 2018

Meine erste Liebe: "Lieber Marcel" - Teil 2/4



So fuhren wir in den Ortskern. Zum Bäcker, bei dem Elfi mich fragte, ob ich ein Teilchen haben wolle – klaro, gegen eine Rosinenschnecke hatte ich unter normalen Umständen nie etwas einzuwenden, aber heute war mein Magen wie zugeschnürt. Zum Metzger – dem ich prinzipiell fernblieb. In einen Tante-Emma-Laden, um ein paar Eier und sonstige Lebensmittel einzukaufen; hier zwang mir Elfi förmlich ein Überraschungsei auf, damit ich wenigstens etwas im Magen hätte. Hier und da waren wir auch noch, ich achtete irgendwann nicht mehr darauf.
Niedergeschlagen und emotional total am Ende schleppte ich mich nach der Einkaufstour in mein Zimmer. Ich wäre am liebsten gestorben. Doch während der Einkauferei, und das fiel mir erst jetzt auf, hatte ich immer weniger an Marcel selber gedacht, als vielmehr daran, das mein Herz so weh tat. Erst jetzt, als ich wieder sein Gesicht vor meinem geistigen Auge sah, wurde mir bewusst, das ich auch ohne ihn würde leben können. Vermutlich. Und für einen winzig kleinen Moment schien meine Situation doch nicht ganz so hoffnungslos.
Bis es klingelte. Ich schob die Gardine ein wenig beiseite, um durch das geöffnete Fenster ganz vorsichtig um die Ecke, zur Straße hin, hinauslugen zu können. Und dann hörte ich die Klingel wieder. Ich konnte allerdings ein Fahrrad ausnehmen. Ein Jungs-Rad. Und schier in diesem Moment klopfte mein Herz bis zum Hals. Meine Hände

Samstag, 27. Januar 2018

Meine erste Liebe: "Lieber Marcel" - Teil 1/4



Als ich bei meiner Tante Elfi und meinen Onkel Jürgen in den Sommerferien zu Besuch war, damals zwei Wochen am Stück, lernte ich Marcel kennen. Durch meine Tante. Sie kannte Marcels Mutter. Marcel hatte, wie ihr euch vielleicht noch erinnern könnt, eine jüngere Schwester. Um die drei oder vier Jahre mag sie jünger gewesen sein, möglicherweise waren es auch nur ein oder zwei Jahre. Ich kann mich an ihren Namen nicht mehr erinnern, so sehr ich auch versuche, in den hintersten Schubladen meines Gedächtnisses zu kramen.
Elfi sagte mir an einem sonnigen Tag, das sie eine Bekannte besuchen wolle, ob ich nicht Lust hätte, sie zu begleiten? Sie habe zwei Kinder in meinem Alter, und ich könnte dann ja ein wenig mit ihnen spielen. Ich wusste nicht so recht, was ich davon halten sollte, denn Jungs gegenüber war ich weit mehr als nur einfach schüchtern – ich war befangen. Letztendlich willigte ich ein, denn was sollte ich auch den ganzen Tag alleine zu Hause rumsitzen? Als wir das Haus der Bekannten erreichten, war ich überwältigt. Es lag etwas abseits der anderen Häuser. Also noch weiter außerhalb, als der Ort sowieso schon außerhalb für mich war. Die Pampa der Pampa, sozusagen. Nahe am Waldrand war mehr oder minder das ganze Kuhdorf, aber dieses Haus überbot alles. Ein einfaches, holzgitternes Gartentürchen hieß uns willkommen und gab den Blick frei auf eine riesige, grüne Wiese, übersät mit Obstbäumen, ehe man weit hinten das Haus erahnen konnte.
Nachdem wir geklingelt und uns angemeldet hatten, öffnete sich kurz darauf die Haustür, und Elfis Bekannte kam heraus, gefolgt von ihren Kindern. Ich war für einen klitzekleinen Moment versucht, mich halbwegs hinter meiner

❤ makieren, kopieren und in Kommentar einfügen! ❤

🙂😉😊😌😍😘😉😊😌😃😄😆😁😂😛😜😇😈😎😔😢😶😑😒🙄😨😭😲😫😵💗💖💘💙💚🧡💛💝💟💋👅🧠👌👍🙌💪👉💐🌹🍀🌸🍸🍻🎉🌟✨🔥🌈👻👽💀👀❗❓📌