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Mittwoch, 7. Februar 2018

Verlorene Liebe: Stefan


Meine erste Stiefmutter war weg. Sie war so ungefähr vier Jahre bei uns gewesen (in dem Alter eine nahezu endlos lange Zeit), und ich hatte schon gedacht, es wäre für immer. Ich wurde eines besseren belehrt. Sie war ausgezogen (auf nicht gerade subtile Art), und es dauerte nicht lange, bis mein Vater wieder mit irgendwelchen Tussis antanzte. Ich achtete irgendwann nicht mehr darauf, wer mir am Frühstückstisch gegenüber saß. Sie waren zahlreich, gesichtslos, farblos und hinterließen keinen dauerhaften Eindruck bei mir. Wenn ich von der Schule kam, konnte ich sicher sein, das sie weg waren. Ich kannte meistens ihre Namen nicht, und es war mir auch egal. Sie würden sowieso alle nicht bleiben.

Eines Tages, ich war so um die vierzehn, stellte sich mir eine Frau mit 'Hedda' vor. Sie war so ganz anders als die

Sonntag, 4. Februar 2018

Meine erste Liebe: "Lieber Marcel" - Teil 4/4



Ich überspringe nun den Teil mit der Warteschlange vor dem Freibad, denn geneigter Leser hat das bereits hinter sich gebracht. Tante Elfi ließ sich zu Beginn gemütlich auf der Wiese von der Sonne braten, während wir Kinder im Wasser rumtobten. Marcel hatte immer ein hütendes Auge auf sein Schwesterlein gerichtet, denn Kinder tunken ja mit Vorliebe auch mal die Schwächeren unter – vor allem die doofen Jungs uns Mädchen. Schließlich kam der Moment, in dem seine Schwester uns mitteilte, das sie eine Weile auf die Wiese gehen würde, und so bot sich endlich die Gelegenheit, das wir uns unterhielten. Marcel ergriff, auch wenn er nicht scheu war, so war er wohl aufgrund meines Verhaltens an diesem Sommertag etwas verunsichert, was uns beide betraf, meine Hand und fragte, ob wir auf die gegenüberliegende Wiese gehen wollten, unter einen schattigen Baum. Mein Herz schlug zum Zerspringen, ich hätte ihn am liebsten umarmt und geküsst. Aber ich hielt mich streng zurück, wollte mich kontrollieren.
Nachdem wir eine Weile schweigend im Schatten gesessen hatten – Tante Elfi und Marcels Schwester auf der anderen Seite im Getümmel, in dem wir sie unmöglich ausmachen konnten, so voll war das Schwimmbad – sah er mich eindringlich an. Ich erwartete aufgrund seines intensiven Blickes schon nichts Gutes mehr, zog meine

Samstag, 3. Februar 2018

Meine erste Liebe: "Lieber Marcel" - Teil 3/4



„Ja, schon,“ und mein Herz zerbrach in hunderttausend winzige Splitter. Mir kam es vor, als halle selbst der entfernte Wald von dem Geräusch meines gebrochenen Herzens wider. „Wenn du das auch willst...“
Ich stand – das war ja so typisch für mich – auf der Leitung. Meine Hand hatte sich von der seinen zurückgezogen, ich war unmerklich einen Schritt von ihm gewichen, atmete hektisch und bekam kaum Luft. Dann erst, nach und nach, setzte ich alles in den Zusammenhang. War das etwa...? Hatte er mich etwa...? Wollte er vielleicht mit mir...? Mein Herz ließ es kaum zu, das ich nach Luft schnappen konnte, und ich wusste nicht, was ich sagen sollte.
Mit dem letzten Atem, der mir in den Lungen verblieben zu sein schien, hauchte ich ein „ja“, und augenblicklich ergriff ich seine Hand, voller Leidenschaft, meine Augen leuchteten wie die Sonne, heiß fühlte sich mein Gesicht an. Und jetzt war es an Marcel – und das hätte ich nicht für möglich gehalten – ein wenig zu erröten, er lächelte, bezaubernd, schüchtern, und strahlte mich kurz darauf glücklich an.
„Also möchtest du mit mir gehen, ja?“ fragte er mich, ganz leise, die Worte mehr hauchend als sprechend.
Liebe Mädels der 80er Jahre, wenn das nicht die allesentscheidende Frage war! Diese Frage beinhaltete so ziemlich alles, was das Mädchenherz sich so sehnlich erträumte: schamlos Händchenhalten, in verborgenen Ecken und Winkeln hemmungslos knutschen, sich süße Worte ins Ohr wispern, und vor allem, und das war überhaupt

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