Mittwoch, 31. Januar 2018

Meine erste Liebe: "Liebe Jessica" - Teil 1/2



Mit dreizehn begann ich mich dann also für Mädchen zu interessieren. Vorher waren die eben einfach nur "keine Jungs", also total uninteressant. Aber als mein kleiner Freund seine ersten Muckser machte, kam ich nicht umhin, das mir Mädchen zunehmend gefielen. Nicht, weil sie was Besonderes konnten, aber sie hatten - genau! - Möpse! Und vielleicht wäre ich immer so ein unreifer Juckler geblieben, wenn mir im nicht mehr ganz so zarten Alter von fünfzehn nicht der Traum meiner schlaflosen Nächte begegnet wäre: Jessica. Mann, die Frau hatte alles, was an einer echten Frau dran sein sollte:
Oberweite, schöne Beine, tolle lange Haare, einen bezaubernden Augenaufschlag, der immer ein wenig verrucht rüberkam, Humor, Schlagfertigkeit, und nicht zuletzt war sie echt geistreich. Ganz im Gegensatz zu mir. Beschränkten sich meine mehr bescheuerten als bescheidenen Konversationsversuche doch eher auf dumme Sprüche, so konnte sie stundenlang über Erwachsenenthemen reden und diskutieren. Ich war nicht ihre Liga, ganz klar. Die Pickel noch immer zahlreich vertreten, dauergeil und sinnbildlich gesprochen ein vor Trieb sabbernder Teenie, bot ich einen eher bemitleidenswerten Anblick, als das ich nach einem einfallsreichen (Gesprächs-)Partner aussah.

Als ich Jessica das erste Mal sah, war sie schon zwei Klassen über mir. Ja, sie war älter. Sie war fast volljährig, während mich die Pubertät gerade so richtig fest im Griff hatte. Die guckte mich mit dem Hintern nicht an, das kannste glauben! Doch eines Morgens vor der Schule sprach sie mich dann doch an:
"Kannst du mir mal Feuer geben?" lauteten ihre ersten offiziell an mich gerichteten Worte.
Pfiffig wie ich war, reichte ich ihr plump das Feuerzeug.
"Ich geb's dir in der Pause wieder," sagte sie noch und war schon verschwunden.
Okay, dachte ich, das lief doch ganz gut. Selbstüberschätzung ist eben auch eine Form der Schätzung.
Ich ging ihr an dem Tag gekonnt aus dem Weg, denn ich hatte während der ersten beiden Unterrichtsstunden einen an Findigkeit kaum zu überbietenden Plan ausgeheckt: je länger sie mein Feuerzeug behielt, desto öfter würde sie an mich denken. Und ich hätte natürlich einen Vorwand, sie an einem gut vorbereiteten Tag anzusprechen. Ich würde mich rausputzen, und dann hieß es nur noch: er kam, sah und siegte! Ha, was war ich doch für ein Fuchs!

Eine Woche später - ich hatte meine nächste Begegnung mit ihr extra über's Wochenende hinausgezogen, an dem ich, sorry schon mal dafür, mehr mit meinem kleinen Freund beschäftigt gewesen war als sonst, und an dem ich bei jedem noch so kleinen Kribbeln im Unterleib sofort an diese super Frau denken musste - motzte ich mich auf. Naja, nicht wirklich, ich hatte aber mal selbständig das Bügeleisen rausgeholt, meine Klamotten gestriegelt, mir morgens die Haare nicht nur gewaschen, sondern besonders trendy gegelt, die vergangene Woche auch wesentlich mehr Hautpflege betrieben, und - man sehe und staune - auch neue Schnürsenkel in die Docs gezogen.
In der Pause dann die Premiere, ich sprach sie an:
"Du hast noch mein Feuerzeug."
Zack! Wenn das mal nicht geistreich und zugleich hammermäßig lässig war, dann weiß ich auch nicht.
"Echt?" sagte sie.
Ich dachte, ich müsste im Erdboden versinken. Mann, Idiot! Die kann sich nicht mal an dich erinnern!
Dann grinste sie.
"War leer. Hab's weggeschmissen. Ich hol' dir ein neues."
"Alles klar."
Und jetzt, genau jetzt, ergab sich meine große Chance, sie privat zu treffen. Diesen Satz hatte ich für genau diesen Augenblick vorsorglich geprobt:
"Ich bin öfter im Jugendzentrum. Am Wochenende in der Disco. Kannst es da vorbeibringen."*
Zack zack!
"Is' schon klar," sagte sie grinsend, mich von oben bis unten abcheckend.


*wer sich an meinen ersten Zungenkuss-Post entsinnt: ich ging eine Weile nicht mehr hin, dann wieder, dann aber eine ganze Weile wieder nicht. Ergänzend muss ich sagen, das ich allerdings nicht so lange widerstehen konnte, denn hier gab es ja was, das ich zwar auf dem Schulhof auch sehen konnte, aber eben nicht privat und vor allem nicht so freizügig und ausgiebig: Möpse! ;) 

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