Samstag, 20. Januar 2018

der erste Zungenkuss...

... blieb nicht ganz ohne Folgen



Wir wohnten damals in der Nähe des Jugendzentrums. Hier gabs Freitags und Samstags immer Disco - yeah! Von 19 Uhr bis in den Morgen konnte hier zu den angesagtesten Pop-, Rock- und Punksongs abgehottet werden. Locker machen, Körperglieder durchschütteln und sich ordentlich einen auf der Tanzfläche abzappeln hieß es.

Ich war fast jedes Wochenende mit dabei, ab dem dreizehnten Lebensjahr. Nicht das ich so toll tanzen konnte, aber hey, es waren die 80er, wer hat da schon was drum gegeben, welche Verrenkungen wir aufs Parkett gelegt haben? Ich fands geil, und ich hoffte natürlich jedesmal inständig, das mich irgendein Mädchen unwiderstehlich finden würde, damit ich mal ein bißchen "zur Sache" kommen dürfte.
Außer meinen von schicken Pickeln übersätem Gesicht hatte sich mein Körper in der Pubertät ja auch generell verändert: die Haare sprießten, der Sack juckte schon mal, und das Teil in meiner Hose... ähm, wie drücke ich es
jugendfrei aus? Das Teil wollte einfach keine Ruhe geben. Zumindest ein paar Möpse wollte ich mal grapschen, aber dafür musste ja die Passende erst gefunden werden. Oder eben mich finden.
Die Chance darauf, mal die Oberweite eines weiblichen Wesens erkunden zu dürfen, ergab sich in der Art in der Disco gar nicht, das mal vorweg. Trotzdem kam es hier zu einer äußerst prekären Situation, die mich damals hoffen ließ, das erwünschte Ziel doch zu erreichen.

Mit fast fünfzehn Jahren stand ich an diesem Abend ein wenig dumm in der Ecke rum. Mein Kumpel, der mich sonst meistens begleitete, war verhindert, und ich war allein unterwegs. Ich fuhr mir zwei Bierchen ein - kleine Gläser, aber das hatte damals doch eine enorm enthemmende Wirkung auf mich - und wagte dann den Sprung auf den Dancefloor.
Es dauerte nicht lang, dann winkte mich eine junge Frau zu sich - naja, Frau, aber okay, auf jeden Fall war sie mal ein Jahr älter als ich und einen Kopf größer auch. Sie machte gar keine großen Worte, sondern ergriff meine Hand und zog mich hinter sich her in den Gang mit den Telefonen. Die befanden sich auf einem schmalen, schummrigen Flur. Das Mädel presste mich an die Wand zwischen zwei der Fernsprechteile und drückte mir einen heftigen Kuss auf den Mund. Ich war im ersten Moment so überrascht, das ich die Zähne nicht auseinanderbekam. Doch nachdem ich dann sah, das sie die Augen geschlossen hatte und mich weiterhin küsste, dachte ich mir, was solls, kann ja so verkehrt nicht sein, da einzusteigen. Also legte ich etwas ungeschickt einen Arm um die mir Unbekannte und gab mein Bestes. Ihre Zunge in meinem Mund war feucht und schmeckte süßlich-beißend, bißchen wie Schnaps. Also mal munter drauf losknutschen, dachte ich noch, während ich ihren Zungenschlag erwiderte.
Nach kurzer Zeit drückte sie mir ihr Knie ganz leicht in den Schritt. Da legte ich richtig los! Doch es dauerte nicht allzulang, dieser erste Zungenkuss machte mich ganz wuschig und das Knie da unten tat sein übriges, und - schwupps - war es dann passiert, das kleine Malheur. Das war dann wohl wortwörtlich in die Hose gegangen!
Ich lief an wie eine überreife Tomate, und konnte dem Mädchen gar nicht in die Augen gucken. Sie kicherte, und dann ließ sie mich stehen. Sie ging einfach weg, und ich wusste nicht mal ihren Namen. Und mit Möpsen grapschen war auch nix.

Einige Wochen traute ich mich nicht mehr, die Disco aufzusuchen. Das Erlebnis war mir dann doch zu peinlich. Immerhin hatte ich an diesem Abend noch mehr als eine Stunde auf dem Klo verbracht in der Hoffnung, das die verräterischen Spuren in meinem Schritt trocknen würden, bis ich schließlich wie ein getretener Hund nach Hause schlurfte.
Irgendwann aber animierte mich meine Ma dann, doch wieder hinzugehen. Ich hab ihr natürlich nicht erzählt, was an diesem Abend passiert ist, aber... naja, Mütter eben. Sie konnte sich allein anhand meiner eilends in die Wäsche gestopften Hose wohl denken, das mein kleiner Freund ein Eigenleben entwickelt hatte.
Kaum traute ich mich in den Tanzraum, erblickte ich auch schon mein Trauma-Mädchen: sie stand mit ein paar Freundinnen in der selben Ecke wie an dem verhängnisvollen Abend einige Wochen zuvor. Als sie mich sah, begann sie zu kichern, zu tuscheln und dann laut zu lachen. Boah, fies.

Das wars dann für mich gewesen mit Disco. Ich habe mich (un)geschickt aus der Szene verabschiedet, indem ich mir die Kante gab, neben das Klo kotzte und im Rausgehen zum ersten Zungenkuss lallte: "Blöde Kuh!", woraufhin sie nur grinste und ihre Freundinnen giggelten.
Ich bin nicht mehr hin. Irgendwie schade, das ich so ein Schisser war. Das blamable Erlebnis wollte so schnell nicht vergessen gehen, und es nagte doch eine ganze Weile an mir. Der erste Zungenkuss bleibt mir allein deshalb immer in Erinnerung, weil ich davor nie vor einem Mädchen Suppe in der Hose hatte. Und danach dann auch nicht mehr, jedenfalls nicht so derb. ;)

P.S.: wie der Kuss selber war, kann ich gar nicht mehr beurteilen. Meine Gedanken waren damals ja auf etwas ganz anderes gelenkt, und so rutschte der Kuss eher in die Kategorie "ähm, weiß nicht so genau" ab.

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